HANNOVER MESSE 2020: Mit künstlicher Intelligenz Werkzeugmaschinen warten
Autor: solarstrombauer (Helmut Thomas)
Forscherinnen und Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben ein System zur vollautomatischen Überwachung von Kugelgewindetrieben in Werkzeugmaschinen entwickelt. Dabei kommt eine direkt in die Mutter des Kugelgewindetriebs integrierte Kamera zum Einsatz. Auf Basis der dabei erzeugten Bilddaten überwacht künstliche Intelligenz kontinuierlich den Verschleiß und reduziert so den Maschinenstillstand.
Hannover/Karlsruhe. Die Wartung und der rechtzeitige Tausch von defekten Bauteilen in Werkzeugmaschinen ist ein wichtiger Bestandteil des Produktionsprozesses beim Maschinenbau. Bei Kugelgewindetrieben, wie sie etwa in Drehmaschinen zur Präzisionsführung bei der Herstellung von zylindrischen Bauteilen zum Einsatz kommen, wird der Verschleiß bislang manuell festgestellt. „Die Wartung ist deshalb mit Montagearbeiten verbunden. Die Maschine steht dann erst einmal still“, sagt Professor Jürgen Fleischer vom Institut für Produktionstechnik (wbk) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) . „Unser Ansatz basiert dagegen auf der Integration eines intelligenten Kamerasystems direkt in den Kugelgewindetrieb. So kann ein Anwender den Zustand der Spindel kontinuierlich überwachen. Besteht Handlungsbedarf, wird er automatisch informiert.“

Hannover. Die „Norddeutsche Wasserstoffstrategie“ hat ambitionierte Ziele. Sie sieht vor, bis 2025 mindestens 500 Megawatt und bis 2030 mindestens bis fünf Gigawatt Elektrolyse-Leistung im windreichen Norddeutschland zu realisieren. Mit 500 Megawatt könnten in gut fünf Jahren theoretisch rund 150 000 Autos mit grünem Wasserstoff versorgt werden, mit fünf Gigawatt entsprechend zehnmal so viele. Allerdings schätzen Experten, dass eine flächendeckende Versorgung erst mit circa 250 Wasserstofftankstellen erreicht wäre.
Bonn/Hannover. Der Industriesektor verursacht einen Treibhausgasausstoß von gut einem Fünftel der gesamten deutschen Emissionen. Im Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung ist als Sektorenziel eine Emissionsminderung von 50% für das Jahr 2030 festgeschrieben. Nach einem Rückgang bis zum Jahr 2014 stiegen die CO2-Emissionen vor dem Hintergrund der positiven Wirtschaftsentwicklung bis 2017 wieder auf 200 Megatonnen an. Die notwendige Reduktion der CO2-Emissionen um mindestens 60 Megatonnen innerhalb der nächsten Dekade steht im Kontext der Herausforderung einer zunehmenden Elektrifizierung des Industriesektors. Der Realisierung von Energieeffizienzpotentialen fällt hierbei eine besondere Rolle zu.